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01042 Kurznachrichten, Stand April 2026

An dieser Stelle finden Sie in jeder Ergänzungslieferung aktuelle und interessante Kurznachrichten aus den Bereichen Umweltmanagement, Nachhaltigkeit, Compliance sowie Informationen zu verwandten Themen.
von:

1 Geothermie-Beschleunigungsgesetz (GeoBG)

Im Dezember 2025 hat der Deutsche Bundestag das Geothermiegesetz (GeoBG) verabschiedet. Mit dem neuen Rechtsrahmen wird ein wichtiger Meilenstein für die Wärmewende gesetzt und es werden verlässliche Bedingungen für die schnelle Umsetzung geothermischer Projekte in Deutschland geschaffen. Industrie, Stadtwerke und Energieversorgungsunternehmen können künftig auf deutlich beschleunigte Verfahren und mehr Planungssicherheit setzen. Sie erhalten die Möglichkeit, ihre Wärmeversorgung nachhaltig, resilient und langfristig bezahlbar aufzustellen. Geothermie gilt als zukunftsfeste, grundlastfähige und heimische Wärmequelle, die unabhängig von internationalen Krisen und Rohstoffimporten verfügbar ist.
Weitere Informationen
Bunderverband Geothermie: Bundestag beschließt Geothermiebeschleunigungsgesetz

2 Entwicklung einer digitalen EMAS-Plattform

Die digitale EMAS-Plattform ist ein kostenloses Angebot, das von 2023 bis 2025 im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) erarbeitet wurde. Die aktuelle Veröffentlichung beschreibt die Entwicklung dieser Plattform, die insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) die Einführung, Aufrechterhaltung und Optimierung eines Umweltmanagements gemäß der EU-EMAS-Verordnung erleichtert. Sie enthält digitale Tools, standardisierte Vorlagen, Schulungsmaterialien und praxisnahe Hilfestellungen für alle Stufen eines Umweltmanagements: von der Erfassung und Bewertung von Umweltaspekten über die Planung von Zielen und Maßnahmen bis hin zur Erstellung einer Umwelterklärung und deren Validierung durch Umweltgutachter/-innen. Damit können Unternehmen ihre Umweltmanagementprozesse transparent und effizient gestalten. Darüber hinaus enthält der Bericht konkrete Vorschläge zur regelmäßigen Aktualisierung der EMAS-Plattform und gibt einen Ausblick auf mögliche Weiterentwicklungen.
Abb. 1: Übersicht EMAS-Plattform [1]

3 Gesetzesnovelle zur Treibhausgasminderungsquote

Die Bundesregierung hat die THG-Quote angepasst, um die Treibhausgasemissionen im Verkehr zu senken. Kraftstoffanbieter sollen ihren CO2-Ausstoß durch erneuerbare Kraftstoffe oder Strom für Elektrofahrzeuge reduzieren. Die Quote steigt bis 2040 schrittweise an. Neue Kontrollen sichern die Umsetzung und berücksichtigen zugleich die EU-Vorgaben.

4 Einnahmen des Emissionshandels steigen

Die Einnahmen aus dem europäischen und dem nationalen Emissionshandel lagen in Deutschland im Jahr 2025 bei 21,4 Milliarden Euro und damit deutlich über dem Ergebnis von 2024 mit 18,5 Milliarden Euro. Im Europäischen Emissionshandel 1 (EU-ETS 1) wurden im Jahr 2025 Auktionserlöse von rund 5,4 Milliarden Euro erzielt, während die Einnahmen im nationalen Emissionshandelssystem (nEHS) bei rund 16 Milliarden Euro lagen. Die gesamten Erlöse fließen in den Klima- und Transformationsfonds (KTF), der als Finanzierungsinstrument einen zentralen Beitrag zur Erreichung der energie- und klimapolitischen Ziele Deutschlands leistet. So fließen die Einnahmen unter anderem in Programme zum Klimaschutz, wie die energetische Gebäudesanierung, die Dekarbonisierung der Industrie sowie den Ausbau erneuerbarer Energien, der Elektromobilität und der Ladeinfrastruktur.
Abb. 2: Erlöse aus dem nationalen und europäischen Emissionshandel (2008-2025) [2]

5 Klimaschutzprogramm 2026 (KSP 2026)

Das Bundeskabinett hat am 25. März 2026 das Klimaschutzprogramm 2026 beschlossen. Das Programm umfasst 67 Maßnahmen, die bis zum Jahr 2030 zusätzlich mehr als 25 Millionen Tonnen CO2 einsparen und Deutschland somit moderner und unabhängiger von unsicheren fossilen Importen machen werden. Insgesamt kann Deutschland so im Jahr 2030 knapp sieben Milliarden Kubikmeter Erdgas und rund vier Milliarden Liter Benzin einsparen. In den anstehenden Ausschreibungen werden zudem rund 2.000 Windräder mehr ausgeschrieben als bislang vorgesehen. Hinzu kommt ein neues Förderprogramm mit sozialer Staffelung für rund 800.000 Elektroautos sowie zusätzliche Unterstützung für die Industrie beim Umstieg auf moderne Klimatechnologien. 23 Maßnahmen sollen zudem Wälder, Moore und Böden fit machen für den Einsatz gegen den Klimawandel. Für alle neuen Maßnahmen werden für die nächsten vier Jahre zusätzlich insgesamt acht Milliarden Euro bereitgestellt.
Weitere Informationen
BMUKN: Klimaschutzprogramm 2026

6 Abwärmerechner

In nahezu allen Betrieben entsteht Abwärme. Der Abwärmerechner des Bayerischen Landesamts für Umwelt hilft Betrieben dabei, das Potenzial verschiedener Abwärmequellen zu ermitteln. Nach Eingabe weniger Daten erhalten Sie unter anderem Informationen zur verfügbaren Abwärmemenge und zur Wirtschaftlichkeit.
Erst wenn das verfügbare Abwärmepotenzial bekannt ist, lässt sich beurteilen, ob sich die Nutzung von Abwärme in einem Betrieb lohnt. Dabei lassen sich verschiedene Arten der Abwärmenutzung auswählen: Drucklufterzeugung, raumtechnische Anlagen, Kälteanlagen, Abgas, Prozessluft und Abwasser/Kühlwasser. In der erweiterten Version kann zudem geprüft werden, ob sich aus der Abwärme Strom oder Kälte erzeugen lässt.
Weitere Informationen
Umwelt + Klimapakt Bayern: Abwärmerechner

7 Sustainability Transformation Monitor 2026

Für die Studie zur Nachhaltigkeitstransformation der Bertelsmann Stiftung, der Stiftung Mercator und der Universität Hamburg wurden 822 Organisationen aus der Real- und Finanzwirtschaft zu ihrem Umsetzungsstand und ihrer Bedeutung von Nachhaltigkeit in ihren Unternehmen befragt. Demnach hat die Dynamik der Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien aufgrund der politischen Entwicklung an Schwung verloren. Aktuelle politische Debatten führen laut 59 Prozent der Unternehmen dazu, dass Nachhaltigkeit intern an Priorität verliert. Gleichwohl ist Nachhaltigkeit fest in den Strategien verankert. Rund 70 Prozent der Unternehmen haben die Verantwortung für Nachhaltigkeit auf Vorstands- oder Geschäftsführungsebene angesiedelt und ein Nachhaltigkeitsmanagement gehört vielerorts zum Standard. Gleichzeitig wächst die Datengrundlage: 86 Prozent der Unternehmen erfassen mittlerweile zumindest teilweise ihre Treibhausgasemissionen und rund 59 Prozent verfolgen konkrete Klimaziele.
Weitere Informationen
Bertelsmann Stiftung: Sustainability Transformation Monitor 2026 (26.02.2026)

8 EU-Rechnungshof: Sonderbericht zu kritischen Rohstoffen

In seinem Sonderbericht stellt der EU-Rechnungshof dar, dass es keine solide Strategie für kritische Rohstoffe der Energiewende gibt. Demnach ist die EU stark von Drittstaaten abhängig. So liefert China beispielsweise 97 Prozent des benötigten Magnesiums und die Türkei 99 Prozent des Bors.
Laut EuRH ist es unwahrscheinlich, dass die EU ihre Abhängigkeiten kurzfristig durch eine höhere eigene Produktion reduzieren kann. Hauptgründe sind unter anderem:
langsame Genehmigungsverfahren, die häufig 10–15 Jahre dauern (teilweise sogar über 30 Jahre),
fehlende Verarbeitungskapazitäten innerhalb der EU,
hohe Finanzrisiken, die Investitionen in Bergbau und Rohstoffverarbeitung erschweren,
fehlende Recyclingquoten z. B. bei Lithium, Gallium und Siliciummetall.
Abschließend spricht der EuRH fünf konkrete Empfehlungen aus:
1.
Die Grundlagen der Rohstoffpolitik der EU stärken: Die Kommission solle ihre EU-Rohstoffstrategie regelmäßig prüfen und bei Bedarf anpassen
2.
Sicherstellen, dass die Bemühungen um eine Diversifizierung der Einfuhren zu einer sicheren Versorgung führen
3.
Finanzierungsengpässe beseitigen, die den Ausbau der Produktion kritischer Rohstoffe in der EU behindern
4.
Nachhaltige Bewirtschaftung von Ressourcen besser nutzen, zum Beispiel durch die Aufnahme verbindlicher Recyclingziele für einzelne kritische Rohstoffe
5.
Den Mehrwert strategischer EU-Projekte steigern
Weitere Informationen
Europäischer Rechnungshof: Sonderbericht 04/2026 Kritische Rohstoffe für die Energiewende: Keine solide Strategie vorhanden

9 Faktencheck: Sauberer und günstiger Strom mit kleinen Atomreaktoren?

Oft wird behauptet, dass sich mit Small Modular Reactors (SMR) günstig, sauber und völlig klimaneutral Strom erzeugen lässt. Das BMUKN hat dazu eine Stellungnahme veröffentlicht, in der es sich gegen diese Behauptungen ausspricht. Demnach erzeugen auch kleine Atomkraftwerke weiterhin hochradioaktiven Müll, sind im Verhältnis zum Bau großer Anlagen sogar teurer und bergen die altbekannten Sicherheitsrisiken. Für günstigen, sauberen und sicheren Strom setzt das Bundesumweltministerium weiterhin auf erneuerbare Energien.
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